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Eindrücke vom Synodentag in Osnabrück


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Landeskirche feiert Reformationsjubiläum mit zahlreichen Aktionen 

 Mit Konzerten, Gottesdiensten, Ausstellungen und vielen anderen Aktionen will die hannoversche Landeskirche das 500. Reformationsjubiläum 2017 feiern. "Wir wollen keine interne Veranstaltung innerhalb Kirchen- oder Gemeindehaus-Mauern, sondern wir wollen mit dem Anliegen der Reformation in die Öffentlichkeit", sagte der Geistliche Vizepräsident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Arend de Vries, am Donnerstag vor der evangelischen Synode. Das geschehe in vielfältigen Kooperationen mit Museen, Theatern, Vereinen, Verbänden, Kommunen, Schulen und vielen mehr. 

Das Kirchenparlament, das eigentlich in Hannover tagt, war am Donnerstag ausnahmsweise zu Gast in Osnabrück. Anlass war unter anderem der erste Halt des "Reformations-Trucks" in Deutschland. Der gut 16 Meter lange Lkw sammelt auf dem Weg zur Weltausstellung in Wittenberg an 68 Orten in 19 Ländern Geschichten zur Reformation. Vom 5. bis zum 7. Dezember mache er in Wolfsburg Station, sagte de Vries. Dort seien unter anderem Workshops und eine Podiumsdiskussion zum Thema Arbeit geplant.

Ein kirchliches Musikstück startet am 14. und 15. Januar in der TUI Arena in Hannover seine Deutschland-Tournee, sagte de Vries. Das Pop-Oratorium "Luther" aus der Feder des Musical-Autors Michael Kunze und des Komponisten Dieter Falk erzählt vom Leben des Reformators und dem Beginn der Reformation. An den beiden Aufführungen werden fast 3.000 Sängerinnen und Sänger aus Kirchen- und anderen Hobby-Chören mitwirken. Im Frühjahr gebe es darüber hinaus vier kleinere Nachfolgekonzerte in Aurich, Celle, Loccum und Hildesheim.

Im Sommer 2017 will sich die Landeskirche mit einer eigenen Präsentation an der Weltausstellung in Wittenberg beteiligen. In einem "Erlebnis-Raum Taufe" sollen die Besucher sich an ihre eigene Taufe erinnern, sagte de Vries. Eine Multimedia-Präsentation stelle die Taufe in Bild und Musik dar. Neben einem riesigen, fast 500 Jahre alten Taufstein könnten sie sich eine Tauferinnerung zusprechen lassen. Der Erlebnis-Raum wird von insgesamt 100 Ehren- und Hauptamtlichen je eine Woche lang betreut.

Unter dem Titel "Im Aufbruch" soll die Geschichte der Reformation auch Thema einer Ausstellung sein, die die hannoversche und die braunschweigische Landeskirchen gemeinsam mit dem Landesmuseum Braunschweig auf die Beine stellen, ergänzte de Vries. Vom 7. Mai bis 19. November könnten sich Interessierte im Landesmuseum darüber informieren, wie sich Gesellschaft, Politik und Kirche nach dem Thesenanschlag Luthers veränderten.

Zudem seien unzählige weitere Konzerte, Ausstellungen, Gottesdienste und Aktionen geplant. Auch Kirchengemeinden und Kirchenkreise hätten "großartige Programme" entwickelt. Die hannoversche Landeskirche investiert insgesamt 2,6 Millionen Euro für Initiativen rund um das Reformationsjubiläum.

Weitere Infos

Das Pop-Oratorium "Luther" findet am 14. Januar 2017 um 19 Uhr und am 15. Januar 2017 um 17 Uhr in der TUI Arena in Hannover statt. Tickets kosten zwischen 20,60 Euro und 59,90 Euro und können im Vorverkauf online unter http://u.epd.de/nph oder telefonisch unter der Rufnummer 02302/28222-22 bestellt werden.

Der Erlebnis-Raum Taufe in Wittenberg ist vom 22. Mai bis 10. September 2017 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. 

Die Ausstellung "Im Aufbruch" im braunschweigischen Landesmuseum ist vom 7. Mai bis 19. November 2017 zu sehen. Besucherinnen und Besucher können sie dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besuchen. Jeden ersten Dienstag im Montag hat das Museum bis 20 Uhr geöffnet.
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Bild: Pressekonferenz und Synodenplenum in Osnabrück, Bilder: Jens Schulze

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Video zum Bischofsbericht Teil 1: Populismus


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Ralf Meister: Es wird offen und unverschämt gelogen

Der Populismus, wie er zuerst im Sommer in England in der Brexit-Debatte und dann im amerikanischen Wahlkampf die öffentliche Meinung bestimmte, irritierte und entsetzte viele Menschen. Doch er hat Millionen von Menschen erreicht und zu Anhängern gemacht. Es gab durchaus Parallelen zur Polemik Martin Luthers und den ordinären und wüsten Ausfällen zwischen den Gegnern in der Reformation. Wir konnten darin auch entdecken, wie weitestgehend gepflegt und teilweise auch formalisiert sich bisher die öffentliche politische Kommunikation in den westlichen Demokratien und in unserem Land vollzog. Umso überraschender waren deshalb die harschen und verletzenden Ausfälle von Teilen der politischen Eliten; von der Beteiligung in den sozialen Netzwerken ganz zu schweigen.

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Bild: Jens Schulze

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Landesbischof Meister: Es wird offen und unverschämt gelogen

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat den Populismus in der jüngsten Zeit scharf verurteilt. Es sei nicht neu, dass von Populisten viel gelogen werde, sagte der evangelische Theologe am Mittwoch in seinem turnusgemäßen Bericht vor der in Hannover tagenden Landessynode. "Aber so offen und unverschämt, wie von gesellschaftlichen Eliten, übrigens auch den wirtschaftlichen, in den vergangenen Monaten gelogen wurde - das ist ungewohnt in unseren Demokratien."

Es sei vielfach analysiert worden, mit welchen falschen oder verzerrten Positionen Meinungen mobilisiert würden, um damit Zorn oder Hass hervorzurufen. Der Effekt sei immer gleich: Haltungen würden demontiert. "Am längsten ist die Liste der Lügen von Donald Trump", unterstrich der Bischof. Auch während der Debatte um den "Brexit" habe die Wahrheit keine Lobby gehabt. 

Viele Menschen wollten keine Zusammenhänge mehr verstehen, die Wahrheit interessiere sie nicht. Persönliche Probleme und Betroffenheiten würden zum Maßstab der Politik. "Eine Stimmung wird geschürt, die Rassismus salonfähig macht, die entwürdigt und verletzt", sagte Meister. Populismus verspreche schnelle Fakten, einfache Lösungen, Durchgreifen, Aufräumen und Durchsetzen: "Er prononciert sich als Volkes Stimme, obwohl er tatsächlich nur für eine Minderheit spricht."

Viele Menschen verstünden die Sprache der institutionellen Eliten nicht und fühlten sich auch von der Sprache der Kirche unverstanden. Sie sähen sich mit ihren Ängsten und Sorgen nicht ausreichend wahrgenommen, betonte der Landesbischof. Das gelte auch für ihre Sehnsucht nach Trost und ihre Hoffnung auf eine bessere Welt. 

Für die großen gesellschaftlichen Themen und Konflikte gebe es jedoch weder Patentrezepte noch "richtige Lösungen", hob der Theologe hervor. Angesichts der vielen Interessen und Aspekte brauche es vielmehr Kompromisse und Zwischenlösungen. Außerdem müsse viel deutlicher herausgestellt werden, dass die Werte, die Staat und Kirche verträten, den Bedürfnissen der Menschen "unendlich mehr entsprechen als jede populistische Versprechung".

Für die Kirche bedeute dies konkret, dass mit den Menschen, "die sich bei öffentlichen Veranstaltungen nicht oder nur in Gruppen plakativ äußern", elementare Gespräche gesucht werden müssten. Ein positives Beispiel dafür seien verschiedene Dialogforen, die die Kirche in den vergangenen Monaten angeboten habe und weiter vertiefen wolle, sagte Meister: "Es ist unsere ureigene Aufgabe, das Gespräch mit scharfen Kritikern, mit Suchenden und Sorgenvollen, die den populistischen Stimmen mehr und mehr vertrauen, bewusst zu suchen." (epd)
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Bild: Jens Schulze

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Eine Lutherbibel 2017 für jeden Kirche und Kapelle 


Der synodale Alwin Pfanne (Aurich) hat jeder Kirche und Kapelle in der Landeskirche eine Altarbibel Luther 2017 beschert. Seine Antrag an den Finanzausschuss fand unter den Synodalen breite Zustimmung. "Damit wird deutlich, was unserer Kirche Salz und Licht verleiht“, kommentierte der Vorsitzende des Landessynodalausschusses Jörn Surborg die Aktion.
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Bild: Jens Schulze

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