Das CommunityPORTAL auf "Wir sind evangelisch"

Was ist los in wir-e.de? Über was reden die anderen und was gibt es in Sachen Kirche und Social Media Neues? Das CommunityPORTAL bietet Ihnen News und Kommentare.

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"Bohemian Rapsody" statt "Komm Herr segne uns"

Gerade erst erlebt: Die Mühe einer langen Zeit des Lernens und gemeinsam Wachsens wird liturgisch abgeschlossen und mit einem sichtbaren Zeichen versehen. Eine Berührung, ein Geschenk, eine gemeinsame Feier, ein Segenslied als Abschluss und neuer Wegöffner. Ich rede von einem Konfirmationsgottesdienst, die Veranstalter der re:publica von der Abschlusszeremonie auf Stage 1. Erstaunt hat mich, dass diese mir noch vor einiger Zeit so fremde Veranstaltung an diesem Punkt höchst vertraut wirkt. Eigentlich ganz klar: Wie soll man sonst die gigantische Zahl der Themen, Vortragenden aus 71 Ländern, Emotionen und Aufbrüche zusammenfassen? Liturgie entlastet.

Von der re:publica als digitalem Trendsetter nehme ich den weiteren Ausbau von Virtueller Realität mit. Das Nachbilden von Realitäten hat der WDR mit Inside Auschwitz und einem Gang durch den Kölner Dom auch für den kirchlichen Kontext greifbar illustriert. Selbst die Kameras sind erschwinglich geworden und einen Raum oder einen beeindruckenden Ort kann man in 360 Grad am besten erfassen. Zwar dienen als Bildschirm mittlerweile alle modernen Handys, doch eine spezielle Brille braucht es für das Erlebnis schon und für die eigene Bewegung noch einen kleinen Controller in der Hand. Somit eignet sich die Technik vor allem dort, wo solche Betrachtungstools vorgehalten werden können: an Veranstaltungsständen oder bei Gemeindefesten.

Demnächst hier mehr Rückblickendes....


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Bild: Emsz

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Ein iPad für jede und jeden

Der Pastor und Vorsitzende des Öffentlichkeitsausschusses der Landessynode Karl-Otto Scholz hat vor einigen Monaten zu einem Lernprozess aufgefordert, der an Schulen längst heiß diskutiert wird: Die Einführung on iPads im Lern- bzw. Diskussionsprozess.  Bis heute arbeitet die Synode mit Papier und auch Schulen müssen viele Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Unterrichts überwinden. Das Hauptproblem bei diesem Prozesse sei nicht, so berichteten es drei Schulen auf der re:publica, dass Schülerinnen und Schüler neue Formen des Lernens akzeptieren, sondern Lehrerinnen und Lehrer.

Den Unterricht entprivatisieren
Maike Schubert, Schulleiterin in Neumünster geht dieses Thema radikal an: "Wir haben den Unterricht entprivatisiert. Aber jeder Lehrende darf sich wie die Schülerinnen und Schüler in seinem eigenen Lerntempo fortentwickeln." Durch öffentliche Fördergelder konnte ihre Schule Klassenräume mit iPads ausstatten und Lernprozesse mit einem bunten Blumenstrauss an Lernsoftware ermöglichen.

Ich bin von den positiven Berichten über die Digitalisierung der gesamten Schule auch zweier weiterer Schulen aus Hessen und Baden-Württemberg ganz fasziniert. Berichtete mir doch vor ein paar Tagen meine Tochter (10. Klasse Gymnasium), dass an ihrer Schule noch nicht einmal der Overheadprojektor im Klassenraum funktioniere und Computer und Beamer so alt seien, dass die Darstellung eines jeden digitalen Dokuments zur unlösbaren Aufgabe würde.

Ein erster Schritt bei uns: Digitale Kommentare zum Verfassungsentwurf
Auf diesem Weg zur Digitalisierung geht unsere Landessynode mit digitalen Kommentaren zum Verfassungsentwurf nun einen ersten Schritt. Mein persönlichen Wunsch in diesem Prozess ist, dass Kommentierende und Ausschuss gemeinsam Verantwortung für das Ergebnis des Prozesses übernehmen und die Plattform trotz moderierter Freischaltung einen offenen Dialog über die Grundlage unserer Kirche ermöglicht.
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Bild: emsz

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Augen auf beim Bildgebrauch

Eine der wichtigsten Sessions auf der re:publica ist für mich jedes Jahr der Saison Rückblick Social Media Recht der Berliner Rechtsanwälte Thorsten Feldmann und Henning Krieg. In diesem Jahr warnten die Paragraphenprofis vor der Verwendung von scheinbar kostenlosen Bildern mit der Lizenz CC-BY NC. Zwar gestatte diese Lizenz die Verwendung eines Bildes in nicht kommerzellem Zusammenhang, der Rechteinhaber könnte jedoch schon das Angebot einer kostenpflichtigen Gemeindefahrt auf gleicher Seite zum Anlass nehmen, eine unrechtmäßige Bildnutzung einzuklagen. Ratsam ist die Nutzung von Bildern mit einer CC0 Lizenz. Weitere Hinweise zu Lizenzen finden Sie hier.

Vorsicht auch bei geschützten Bildwerken, die zwar nicht Hauptmotiv eines Fotos sind, jedoch gut erkennbar bleiben. Der Urheber eines solches Bildwerkes ist nur dann nicht zu nennen, wenn es sich um ein "Zitat" für journalistische Zwecke oder um ein in der Tagespresse erwähntes Werk handelt. Beim Zitieren von Bildern ist weiterhin zu beachten, dass eine Urhebernennung nur von Rechtsansprüchen freistellt, wenn der benannte Urheber auch wirklich die Rechte am Bild hat. Sollte die Urheberangabe falsch sein, haftet der aktuelle Verwender des Bildes gegenüber dem rechtmäßigen Bildersteller vollumfänglich. Ok ist es hingegen, ein Bild mittels eines sogenannten "Iframes", also einer Seite in der eigentlichen Seite einzubinden. Ein Bildzitat durch Herunterladen und erneut hochladen in das eigene System ist hingegen ohne Urhebernennung strafbar.

Es gibt auch gute Nachrichten: Die Nutzung von Bildern von öffentlichen Gebäuden ist in allen Zusammenhängen möglich, solange sie von einem öffentlich zugänglichen Platz aus normaler Höhe fotografiert wurden. Wurde ein Gebäude oder ein Kunstwerk hingegen aus einer Privatwohnung fotografiert bedarf es der Zustimmung des Bauherrn bzw. Architekten. Der Zusammenhang nennt sich Panoramafreiheit.

Vorsicht ebenso bei der Benutzung von Texten oder auch einzelnen geprägten Sätzen mit einer gewissen Schöpfungshöhe . So entschied das Landgericht München, dass der Satz Karl Valentins "Mögen hätte ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut." urheberrechtlich geschützt sei. Dabei ist nicht allein der Sprachwitz einer Formulierung entscheidend, sondern die besondere Formung der Sprache wie in einem Gedicht. So entscheid das Landgericht Bielefeld, dass es sich bei dem auf Twitter gepostetem Spruch „Wann genau ist aus ‚Sex, Drugs & Rock n Roll‘ eigentlich ‚Laktoseintoleranz, Veganismus & Helene Fischer‘ geworden?“ nicht um ein schützenswertes Sprachwerk handelt. 

Schlechte Chancen habe, so Feldmann und Krieg, wer ein Pressorgan wegen Fakenews verklagen wolle. Dies könne nur der direkt von den News betroffene. Zudem seien diese  News oft zu allgemein formuliert. 

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Bild: re:publica

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Günter Dueck: "Ich habe Hirn, ich will hier raus"

Mit dem markanten Untertitel "Ich habe Hirn, ich will hier raus" erfreut der pointiert formulierende Mathetematiker Günter Dueck aktuell seine Leserschaft. Übergreifendes Thema seines Buches und Vortrags auf der re:publica 17: die digitale Transformation. Die immer schneller um sich greifende Digitalisierung von Geschäftsprozessen, der Aufstieg und Niedergang von Firmen und Staatsoberhäuptern allein durch digitale Nachrichten, egal ob sie falsch oder richtig seien, machen vielen gesellschaftlich Verantwortlichen Angst. Diese Angst sei hauptsächlich auf die digitale Inkopetenz zurückzuführen. "Ich stand mit meinem Handy am Bundestag und hatte dort draußen nur Edge, aber zwei Pokèmon (Spiel "Pokémon Go"). Als ich davon auf Twitter berichtete, schrieb jemand ...  und drinnen  weitere 600 Pokémon." Die politische Unfähigkeit, digitale Prozesse mitzugestalten, führt Dueck auf die Angst Erwachsener vor dem Scheitern in Lernprozessen zurück. "Wenn ein Kind beim Lernen hinfällt, ist das OK, wenn Erwachsene hinfallen, nicht. Ältere weigern sich, sich digital adaptieren zu lassen," diagnostiziert Dueck.

Hinderlich für die Durchsetzung von Denkmustern, die digitale Probleme lösen könnten, sei zudem, dass höhere Posten in Firmen nicht mit exzellentem Wissen sondern mit lauten Playern besitzt würden. "Früher würde man nicht für Auffälligkeit befördert, heute muss man visibel sein. Wenn man heute gut ist, muss man auffallen.", stellt der Mathematiker fest. Eine Dame aus dem Umfeld Duecks wurde trotz super Qualifikation nicht befördert, weil sie niemand kannte. 

Kritische Worte hatte Dueck für Strategien der Reichweitenmaximierung im Social Web mancher Firmen. "Statt irgendetwas Vernünftiges zu machen, kann man auch das Ranking verbessern." Dabei sei negative Aufmerksamkeit ein verbreiteter Weg. Früher war ein solches Vorgehen die Aufgabe des Klassenclowms, heute sei es ein Businessprinzip.

Keine Angst vor dem Shitstorm

Günter Dueck berichtete von einem Shitstorm nach der Zeit-Online Schlagzeile "Jeder soll ein Jedi-Ritter werden". Anscheinend habe er das in einem Interview gesagt. Auch diese digitale Krise habe er unbeschadet überstanden, da Shitstorms zwar immer härter und heftiger würden, jedoch im Schnitt nur sieben Minuten dauerten. Sie seien daher zu kurz, um nachhaltig Schäden anzurichten. 

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Bild: re:bublica

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Für eigene Links im Internet bestraft werden?

"Ein auf einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshof basierendes Urteil des LG Hamburg gefährdet die Freiheit der Linksetzung im Netz. Schuld daran ist einmal mehr ein völlig überzogenes Urheberrecht. Über die Hintergründe der Entscheidungen, ihre praktischen Auswirkungen – und das Trollen eines Landgerichts." schreibt der Rechtsanwalt Joerg Heidrich vom Heiseverlag und bezieht sich auf die Zuspitzung der Haftung für die Inhalte von verlinkten Webseiten durch das Landgericht Hamburg. Seine Meinung: Das Urheberrecht wird von großen Produzenten überreguliert. Das Problem: Wenn ein urheberrechtlich geschütztes Werk verlinkt wird, wird durch den Zugriff per Link eine neue Öffentlichkeit erzeugt. Für diese Öffentlichkeit ist der Verlinkende verantwortlich.

Für Kirchengemeinden gilt trotzdem Entwarnng. Nur wenn eine Seite eine Gewinnabsicht verfolgt, ist der Betreiber verpflichtet, alle Links zu prüfen. Nach Meinung des Rechtsexperten Heidrich ist auch diese Verpflichtung so unausführbar, dass die derzeitige Rechtslage absurd ist.

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Bild: emsz

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Angekommen, mit 2000 Leuten gleichzeitig aus der S-Bahn
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Bild: emsz

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#rp17 // Erstes Netzgemeindefest


"Ich versuche neben dem Netzaktivismus in Vorträgen, Workshops und Beratung auch die Evangelische Kirche mit dem digitalen Zeitalter vertraut zu machen und für digitale Nächstenliebe zu begeistern." schreibt der Netzaktivist Ingo Dachwitz in seinem Profil zur re:publica 17.

Für heute (8.5.2017) lädt es zum ersten "Netzgemeindefest" ein. "Nach viel Pionierarbeit kommt im Jahr 2017 ein wenig Bewegung in die digitalskeptischen Kirchen. Bistümer und Landeskirchen starten Pilotprojekte, Bischofskonferenz und EKD wollen ihre Ethik in netzpolitische Debatten einbringen und seit Wochen läuft auf Twitter der Hashtag #digitaleKirche heiß. Ein guter Zeitpunkt für das erste offizielle kirchliche Meetup im re:publica-Programm. Zum kennenlernen, vernetzen und Pläne schmieden. Ein besseres Motto als #LoveOutLoud könnte es dafür jedenfalls nicht geben." so Dachwitz in seiner Einladung. Zur Diskussion um #digitalekirche hatten auch wir unsere Meinung gesagt. Ich werde vom heutigen Nachmittag berichten. http://www.socialmedia-e.de/digitaleKirche
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Bild: vege/fotolia.com

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#rp17 LoL // Liveberichte

Zum elften Mal findet in Berlin die re:publica statt. Ursprünglich ein Netzwerktreffen für Blogger, hat sich die Veranstaltung mit 8000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in die Mitte der Gesellschaft vorgearbeitet. Digitale Trends werden ebenso behandelt wie Netzpolitik und Rechtsfragen in Social Media. 

Ich werde von verschiedenen Veranstaltungen wie dem kirchlichen Netzwerktreffen am heutigen Montag #digitalekirche berichten und einige Workshops am Abend zusammenfassen. Die #rp17 gibt es übrigens hier auch live zu sehen.
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Bild: #rp17 /flickr

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